Back to main page for a look at the first edition of the Original Grimms Fairy Tales.

Grimm's Fairy Tales

The Spirit in the Bottle -

a comparison of the first version (1815)
with the final version (1857)

 
German title: Der Geist im Glas
English title: The Spirit in the Bottle
English title: The Genie in the Glass
English title: The Silver Axe
Story position (1815): Volume 2, Number 9
Story position (1857): Volume 2, Number 13
Story designation: KHM 99 ("Kinder- und Hausmärchen")

Quick history: There were seven editions of the Grimm's Fairy Tales published in the Grimm Brothers' lifetime. Each edition was presented in two volumes. Volume 1 of the first edition appeared in 1812; Volume 2 of the first edition appeared in 1815. Both volumes of the seventh (7th) and final edition appeared in 1857.

(Take me directly to the detailed comparison in the original German.)

The Spirit in the Bottle was greatly reworked and padded from the first to the last version. In fact, the word count was increased by 38%, from about 1,193 to about 1,643 words. In spite of all this, it remains the same story.

The word by word comparison in the original German, below, shows how the two versions synchronize, but since most of the material is in the differences, this is not a comfortable way to read and compare the versions. You would do better to acquire an accurate English translation of the Grimms' first edition and read the tale side by side with its final version, bouncing back and forth where you see fit.

Here's how just the opening would appear in our standard difference format, using Margaret Hunt's translation (1884) for the final version. "1:" indicates the first edition (1815), and "7:" indicates the seventh and final edition (1857).

 

The Spirit in the Bottle -
showing the differences between the first and final versions (just the opening)

THERE

1:   was a man who let his son study, and as he studied

7:   was once a poor woodcutter who toiled from early morning till late night. When at last he had laid by some money he said to his boy, "You are my only child, I will spend the money which I have earned with the sweat of my brow on your education; if you learn some honest trade you can support me in my old age, when my limbs have grown stiff and I am obliged to stay at home." Then the boy went to a High School and learned diligently so that his masters praised him, and he remained there a long time. When he had worked

through two schools,

1:   the father could do nothing more for him. So he ordered him to come to him...

7:   but was still not yet perfect in everything, the little pittance which the father had earned was all spent, and the boy was obliged to return home to him...

 

***

To identify the differences, I did a word-by-word comparison of the first and final versions in the original German. I used texts provided on the fine "Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm" site (khm.li). In the comparisons below, as above, "1:" indicates the first version (1815), and "7:" indicates the seventh and final version (1857).

Und nun, auf Deutsch, mit aller Unterschieden zwischen die erste und letzte Ausgaben . . .

 

Der Geist im Glas

Es

1: ließ ein Mann seinen Sohn studiren, wie der
7: war einmal ein armer Holzhacker, der arbeitete vom Morgen bis in die späte Nacht. Als er sich endlich etwas Geld zusammengespart hatte, sprach er zu seinem Jungen »du bist mein einziges Kind, ich will das Geld, das ich mit saurem Schweiß erworben habe, zu deinem Unterricht anwenden; lernst du etwas rechtschaffenes, so kannst du mich im Alter ernähren, wenn meine Glieder steif geworden sind, und ich daheim sitzen muß.« Da gieng der Junge auf eine hohe Schule und lernte fleißig, so daß ihn seine Lehrer rühmten, und blieb eine Zeit lang dort. Als er

ein paar Schulen

1: durchstudirt hatte, konnte der Vater nichts mehr an ihn verwenden; da ließ er ihn zu sich kommen und sprach: »du weißt, unser Vermögen ist aufgegangen, ich kann nichts mehr an dir thun.« Da sagte der Sohn: »lieber Vater, macht euch darüber keinen Kummer, wenn es so ist, da bleib’ ich bei euch und
7: durchgelernt hatte, doch aber noch nicht in allem vollkommen war, so war das bischen Armuth, das der Vater erworben hatte, drauf gegangen, und er mußte wieder zu ihm heim kehren. »Ach,« sprach der Vater betrübt, »ich kann dir nichts mehr geben und kann in der theuern Zeit auch keinen Heller mehr verdienen als das tägliche Brot.« »Lieber Vater,« antwortete der Sohn, »macht euch darüber keine Gedanken, wenns Gottes Wille also ist, so wirds zu meinem Besten ausschlagen; ich will mich schon drein schicken.« Als der Vater hinaus in den Wald wollte, um etwas am Malterholz (am Zuhauen und Aufrichten) zu verdienen, so sprach der Sohn »ich

will mit euch gehen und

1: etwas am Malterholz (d.h. am Zuhauen und Aufrichten) verdienen;« denn der Vater war ein Taglöhner, und erwarb sein Brot damit. Der Vater sagte: »ja, mein Sohn, das soll dir beschwerlich ankommen, ich hab’
7: euch helfen.« »Ja, mein Sohn,« sagte der Vater, »das sollte dir beschwerlich an kommen, du bist an harte Arbeit nicht gewöhnt, du hältst das nicht aus; ich habe

auch nur eine Axt und

1: kann dir keine kaufen.« »Ei, sagte der Sohn, geht zum Nachbar, der leiht euch eine.« Also
7: kein Geld übrig, um noch eine zu kaufen.« »Geht nur zum Nachbar,« antwortete der Sohn, »der leiht euch seine Axt so lange, bis ich mir selbst eine verdient habe.« Da

borgte der Vater

1: eine Axt für ihn und sie gingen miteinander ins Holz und arbeiteten. Wie sie bis Mittag gearbeitet hatten, sagte der Vater: »nun wollen wir ein Bischen rasten und unser Mittagsbrot essen, da geht die Arbeit hernach
7: beim Nachbar eine Axt, und am andern Morgen, bei Anbruch des Tags, giengen sie zusammen hinaus in den Wald. Der Sohn half dem Vater und war ganz munter und frisch dabei. Als nun die Sonne über ihnen stand, sprach der Vater »wir wollen rasten und Mittag halten, hernach gehts

noch einmal so

1: frisch.« Der Student nahm sein Mittagsbrot
7: gut.« Der Sohn nahm sein Brot

in die Hand und

1: sagte zum Vater, er wollte damit herumgehen und Vogelnester suchen. »O du Geck! sprach der Vater, was willst du da herumgehen, bleib bei mir, sonst wirst du müd’ und kannst hernach nichts mehr thun.« Der Sohn ging aber
7: sprach »ruht euch nur aus, Vater, ich bin nicht müde, ich will

in dem Wald

1: herum, aß sein Brot und sah sich nach Vögelsnestern um und kam zu einer großen, gefährlichen Eiche, da suchte er ein Bischen herum. Auf einmal kam gegen ihn eine Stimme aus der Wurzel, die rief
7: ein wenig auf und abgehen und Vogelnester suchen.« »O du Geck,« sprach der Vater, »was willst du da herum laufen, hernach bist du müde und kannst den Arm nicht mehr aufheben; bleib hier und setze dich zu mir.« Der Sohn aber gieng in den Wald, aß sein Brot, war ganz fröhlich und sah in die grünen Zweige hinein, ob er etwa ein Nest entdeckte. So gieng er hin und her, bis er endlich zu einer großen gefährlichen Eiche kam, die gewiß schon viele hundert Jahre alt war und die keine fünf Menschen umspannt hätten. Er blieb stehen und sah sie an und dachte »es muß doch mancher Vogel sein Nest hinein gebaut haben.« Da däuchte ihn auf einmal als hörte er eine Stimme. Er horchte und vernahm wie es

mit so einem recht dumpfen

1: Ton: »laß mich heraus! laß mich heraus!« Da horcht’ er darnach und rief:
7: Ton rief »laß mich heraus, laß mich heraus.« Er sah sich rings um, konnte aber nichts entdecken, doch es war ihm als ob die Stimme unten aus der Erde hervor käme. Da rief er

»wo bist du?«

1: es sprach von neuem: »laß mich heraus! laß mich heraus!« »Ja ich seh’ aber nichts, sagte der Student, wo bist du?« – »Hier bin ich bei der Eichwurzel.« Da fing er an zu suchen und fand
7: Die Stimme antwortete »ich stecke da unten bei den Eichwurzeln. Laß mich heraus, laß mich heraus.« Der Schüler fieng an unter dem Baum aufzuräumen und bei den Wurzeln zu suchen, bis er endlich

in einer kleinen

1: Höhle eine Glasflasche, daraus war die Stimme gekommen, er
7: Höhlung eine Glasflasche entdeckte. Er hob sie in die Höhe und

hielt sie gegen das Licht, da

1: war eine Gestalt darin wie ein Frosch, die Gestalt rief aber weiter: »nimm den Pfropfen herab.« Das that der Student, und wie er den Pfropfen abgenommen hatte, kam ein Kerl von entsetzlicher Größe heraus und sprach: »weißt du wohl, was du für einen Lohn verdient, weil du mich herausgelassen hast?« »Nein,« sagte der Student.
7: sah er ein Ding, gleich einem Frosch gestaltet, das sprang darin auf und nieder. »Laß mich heraus, laß mich heraus,« riefs von neuem, und der Schüler, der an nichts Böses dachte, nahm den Pfropfen von der Flasche ab. Alsbald stieg ein Geist heraus und fieng an zu wachsen, und wuchs so schnell, daß er in wenigen Augenblicken als ein entsetzlicher Kerl, so groß wie der halbe Baum, vor dem Schüler stand. »Weißt du,« rief er mit einer fürchterlichen Stimme, »was dein Lohn dafür ist, daß du mich heraus gelassen hast?« »Nein,« antwortete der Schüler ohne Furcht, »wie soll ich das wissen?«

»So will ich

1: dir’s sagen: ich muß dir den Hals dafür brechen.« »Nein, sagte der Student, mir nicht so, das hättest du früher sagen sollen, so hätt’ ich dich nicht herausgelassen. Da müssen erst
7: dirs sagen,« rief der Geist, »den Hals muß ich dir dafür brechen.« »Das hättest du mir früher sagen sollen,« antwortete der Schüler, »so hätte ich dich stecken lassen; mein Kopf aber soll vor dir wohl feststehen, da müssen

mehr Leute gefragt werden.«

1: –
7:

»Mehr Leute hin, mehr Leute

1: her, du mußt deinen verdienten Lohn haben, du kannst leicht denken, daß ich nicht
7: her,« rief der Geist, »deinen verdienten Lohn den sollst du haben. Denkst du, ich wäre

aus Gnade da

1: eingeschlossen war, sondern aus Strafe: weißt du wohl, was ich für einen Namen habe?« – »Nein, sagte der Student, das weiß ich nicht.« Da sprach der Geist: »ich
7: so lange Zeit eingeschlossen worden, nein, es war zu meiner Strafe; ich

bin der großmächtige Merkurius,

1: ich muß dir den Hals zerbrechen.« »Nein das geht nicht, so wie du meinst, sagte der Student, du mußt einen andern Rath anfangen; ich muß auch sehen, ob du wieder in die Flasche hinein kommst, sonst glaub’ ich nimmermehr, daß du herauskommen bist, wenn ich das aber sehe, will ich mich in deine Gefangenschaft geben.« Da willigte der Geist ein und begab sich durch dasselbe Loch
7: wer mich losläßt, dem muß ich den Hals brechen.« »Sachte,« antwortete der Schüler, »so geschwind geht das nicht, erst muß ich auch wissen daß du wirklich in der kleinen Flasche gesessen hast und daß du der rechte Geist bist: kannst du auch wieder hinein, so will ichs glauben, und dann magst du mit mir anfangen was du willst.« Der Geist sprach voll Hochmuth »das ist eine geringe Kunst,« zog sich zusammen und machte sich so dünn und klein, wie er anfangs gewesen war, also daß er durch dieselbe Öffnung

und durch den Hals der Flasche wieder

1: hinein; wie er drin war, steckte der Student
7: hinein kroch. Kaum aber war er darin, so drückte der Schüler

den abgezogenen Pfropfen wieder auf und

1:
7: warf die Flasche unter die Eichwurzeln an ihren alten Platz, und

der Geist war

1: angeführt. Da bat der Geist, er möcht’ ihn doch wieder erlösen und herauslassen. »Nein, sagte der Student, der mir
7: betrogen. Nun wollte der Schüler zu seinem Vater zurückgehen, aber der Geist rief ganz kläglich »ach, laß mich doch heraus, laß mich doch heraus.« »Nein,« antwortete der Schüler, »zum zweitenmale nicht: wer mir einmal

nach dem Leben

1: strebte, den kann ich nicht wieder herauslassen und den will ich in Ewigkeit nicht wieder herauslassen.« Da sprach der Geist:
7: gestrebt hat, den laß ich nicht los, wenn ich ihn wieder eingefangen habe.« »Wenn du mich frei machst,« rief der Geist, »so will ich dir so viel geben, daß du dein Lebtag genug hast.« »Nein,« antwortete der Schüler, »du würdest mich betriegen wie das erstemal.« »Du verscherzest dein Glück,« sprach der Geist,

»ich will dir

1: auch so viel geben, daß du dein Lebtag genug hast.« »Du würdest mich doch betrügen, wie das erstemal, sagte der Student.« »Nein, sagte der Geist, ich will dir nichts thun.« Da ließ er sich bewegen und that den Pfropfen wieder ab
7: nichts thun, sondern dich reichlich belohnen.« Der Schüler dachte »ich wills wagen, vielleicht hält er Wort, und anhaben soll er mir doch nichts.« Da nahm er den Pfropfen ab,

und der Geist stieg

1: heraus. »Nun will ich dich belohnen, sprach er, da hast du ein Pflaster, wenn
7: wie das vorigemal heraus, dehnte sich auseinander, und ward groß wie ein Riese. »Nun sollst du deinen Lohn haben,« sprach er, und reichte dem Schüler einen kleinen Lappen, ganz wie ein Pflaster, und sagte »wenn

du mit dem einen Ende eine Wunde

1: damit bestreichst, so wird sie heilen, und wenn du Stahl oder Eisen
7: bestreichst, so heilt sie: und wenn du

mit dem andern Ende

1: bestreichst, soll es all in Silber verwandelt seyn.« Da wollte der Student das Pflaster probiren und machte an einem Baum einen kleinen Ritz und hielt dann das Pflaster daran, da war er alsbald geheilt. Da dankte der Student dem Geiste und der
7: Stahl und Eisen bestreichst, so wird es in Silber verwandelt.« »Das muß ich erst versuchen,« sprach der Schüler, gieng an einen Baum, ritzte die Rinde mit seiner Axt und bestrich sie mit dem einen Ende des Pflasters: alsbald schloß sie sich wieder zusammen und war geheilt. »Nun, es hat seine Richtigkeit,« sprach er zum Geist, »jetzt können wir uns trennen.« Der

Geist dankte ihm

1: auch für seine Erlösung und sie nahmen Abschied von einander. Der Student ging
7: für seine Erlösung, und der Schüler dankte dem Geist für sein Geschenk und gieng

zur|ck zu seinem

1: Vater, der wieder an der Arbeit war und ihn schalt, daß er so lange ausgeblieben wäre: »ich hab’s ja gesagt,
7: Vater. »Wo bist du herum gelaufen?« sprach der Vater, »warum hast du die Arbeit vergessen? Ich habe es ja gleich gesagt

daß du nichts

1: thun würdest.« »Ich will’s schon nachholen,« sprach der Student. »Ja, sagte
7: zu Stande bringen würdest.« »Gebt euch zufrieden, Vater, ich wills nachholen.« »Ja, nachholen,« sprach

der Vater zornig,

1: nachholen
7: »das

hat keine Art.«

1: – »Vater, was soll ich zuerst thun?« – »Hau
7: »Habt acht, Vater,

den Baum da

1: um.« Da that der Student sein Pflaster heraus und strich seine Axt damit, wie er nun ein paar Hiebe gethan hatte, war sie ganz schief und hatte sich die Schärfe umgelegt, denn sie war von Silber geworden. »Nun seht ihr, Vater, sprach der Sohn,
7: will ich gleich umhauen, daß er krachen soll.« Da nahm er sein Pflaster, bestrich die Axt damit und that einen gewaltigen Hieb: aber weil das Eisen in Silber verwandelt war, so legte sich die Schneide um. »Ei, Vater, seht einmal,

was habt ihr mir für eine

1: Axt
7: schlechte Axt

gegeben, die ist

1: ja ganz schief geworden?« – »Ach! was hast du gemacht, sagte
7: ganz schief geworden.« Da erschrack

der Vater und

1: war noch böser,
7: sprach »ach, was hast du gemacht!

nun muß ich die Axt

1: bezahlen, so bringst du mich mit deiner Hülfe nur in Schaden.« Der Sohn sprach: »werdet nicht bös, Vater, ich will die Axt schon bezahlen.« »Ja du Dummbart, wovon
7: bezahlen und weiß nicht womit; das ist der Nutzen, den ich von deiner Arbeit habe.« »Werdet nicht bös,« antwortete der Sohn, »die Axt will ich schon bezahlen.« »O, du Dummbart,« rief der Vater, »wovon

willst du sie

1: denn bezahlen, du hast nichts,
7: bezahlen? du hast nichts

als was ich dir

1: gebe,
7: gebe;

das sind Studentenkniffe, die

1: stecken dir im Kopf;
7: dir im Kopf stecken, aber

vom Holzhacken hast du keinen Verstand.«

1: Da wollte der Sohn den Vater bereden, Feierabend zu machen, der Vater sagte, er solle sich packen; der Student aber ließ ihm keine Ruhe und sagte, er könne nicht allein nach Haus gehen, bis der Vater mitging. Der Sohn nahm die Axt mit, der Vater aber war ein alter Mann und konnte nicht sehen, daß sie zu Silber geworden war. Wie sie nach Haus kamen, sagte der Vater: »nun bring’ die Axt hin und sieh, was sie dafür geben wollen.« Der Student aber nahm die Axt, ging damit
7: Über ein Weilchen sprach der Schüler »Vater, ich kann doch nichts mehr arbeiten, wir wollen lieber Feierabend machen.« »Ei was, « antwortete er, »meinst du ich wollte die Hände in den Schooß legen wie du? ich muß noch schaffen, du kannst dich aber heim packen.« »Vater, ich bin zum erstenmal hier in dem Wald, ich weiß den Weg nicht allein, geht doch mit mir.« Weil sich der Zorn gelegt hatte, so ließ der Vater sich endlich bereden und gieng mit ihm heim. Da sprach er zum Sohn »geh und verkauf die verschändete Axt und sieh zu was du dafür kriegst; das übrige muß ich verdienen, um sie dem Nachbar zu bezahlen.« Der Sohn nahm die Axt und trug sie

in die Stadt

1: zum Goldschmidt und fragte, was er dafür geben wollte. Wie der Goldschmidt sie gesehen hatte, sagte er, er wär’ nicht so reich in seinem Vermögen, daß er sie bezahlen könnte. Da sprach der Student, er sollte ihm geben, was er hätte, er wollt ihm das andere borgen. Da gab ihm der Goldschmidt 300 Thaler und lieh noch 100 Thaler dazu. Damit ging der Student heim zu seinem Vater und sprach: »hier hab’ ich Geld, nun geht hin
7: zu einem Goldschmied, der probierte sie, legte sie auf die Wage und sprach »sie ist vierhundert Thaler werth, so viel habe ich nicht baar.« Der Schüler sprach »gebt mir was ihr habt, das übrige will ich euch borgen.« Der Goldschmied gab ihm dreihundert Thaler und blieb einhundert schuldig. Darauf gieng der Schüler heim und sprach »Vater, ich habe Geld, geht

und fragt was der

1: Mann haben will für die Axt.«
7: Nachbar für die Axt haben will.«

»Das weiß ich

1: schon, sagte der Vater 1 Thlr. 6 Gr.« – »So gebt im 2 Thlr. 12 Gr.
7: schon,« antwortete der Alte, »einen Thaler, sechs Groschen.« »So gebt ihm zwei Thaler zwölf Groschen,

das ist das Doppelte und ist

1: genug.« Dann gab der Student seinem Vater hundert Thaler und sagte, es sollte ihm niemals fehlen und erzählte ihm die ganze Geschichte, wie es gegangen wäre. Mit den andern 300 Thalern aber ging er hin und studirte aus;
7: genug; seht ihr, ich habe Geld im Überfluß,« und gab dem Vater einhundert Thaler und sprach »es soll euch niemals fehlen, lebt nach eurer Bequemlichkeit.« »Mein Gott,« sprach der Alte, »wie bist du zu dem Reichthum gekommen?« Da erzählte er ihm wie alles zugegangen wäre und wie er im Vertrauen auf sein Glück einen so reichen Fang gethan hätte. Mit dem übrigen Geld aber zog er wieder hin auf die hohe Schule, und lernte weiter, und weil er

mit seinem Pflaster

1: konnt’ er hernach
7:

alle Wunden heilen

1: und war
7: konnte, ward er

der berühmteste Doctor

1: in
7: auf

der ganzen Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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