Back to main page for a look at the first edition of the Original Grimms Fairy Tales.

Grimm's Fairy Tales

The Twelve Huntsmen -

a comparison of the first version (1812)
with the final version (1857)

 
German title (1812): Der König mit dem Löwen
German title (1819 on): Die zwölf Jäger
English title (first version): The King with the Lion
English title (final version): The Twelve Huntsmen
English title (final version): The Twelve Hunters
Story position: Volume 1, Number 67
Story designation: KHM 67 ("Kinder- und Hausmärchen")

Quick history: There were seven editions of the Grimm's Fairy Tales published in the Grimm Brothers' lifetime. Each edition was presented in two volumes. Volume 1 of the first edition appeared in 1812; Volume 2 of the first edition appeared in 1815. Both volumes of the seventh edition appeared in 1857.

(Take me directly to the full comparison in the original German.)

In spite of the two very different titles, The King with the Lion and The Twelve Huntsmen are the same story. The word count was boosted from 687 to 1007, but the new material is all detail and dialog and "color", no new action or scenes.

A word by word comparison in the original German usefully shows how the two versions synchronize, but you can see that most of the material is in the differences, and it would hardly be useful to lay out the differences in English. I heartily recommend acquiring an accurate English translation of the Grimms' first edition.

Perhaps the biggest difference, story-wise, is that, in the first version, the King confirms the identity of his first betrothed by the picture in her necklace, while in the final version, he takes a good look at her face. Here is just one example of Wilhelm's added padding:

1857: Then his heart was so touched that he kissed her, and when she opened her eyes he said: "You are mine, and I am yours, and no one in the world can alter that."

Now does that sound more like our down-to-earth German brothers, or Hollywood?

 

***

To zero in on the differences between the two versions, I compared the first and final versions of the story, going through word by word, using the German texts on the fine "Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm" site (khm.li). In the comparisons below, "1:" indicates the first version (1812), and "7:" indicates the seventh and final version (1857).

Und nun, auf Deutsch, die ganze Geschichte . . .

 


1: Der König mit dem Löwen
7: Die zwölf Jäger
mit aller Unterschieden zwischen die erste und letzte Ausgaben

1: Bei seiner Braut saß ein junger Prinz und sprach: »da
7: Es war einmal ein Königssohn, der hatte eine Braut und hatte sie sehr lieb. Als er nun bei ihr saß und ganz vergnügt war, da kam die Nachricht daß sein Vater todt krank läge und ihn noch vor seinem Ende zu sehen verlangte. Da sprach er zu seiner Liebsten »ich muß nun fort und muß dich verlassen, da

geb ich dir einen Ring

1: und mein Bild, das trag zu meinem Andenken und bleib mir treu; mein Vater ist todtkrank und hat geschickt, ich soll kommen, er will mich vor seinem Ende noch einmal sehen, wann
7: zu meinem Andenken. Wann

ich König bin,

1: so hole ich dich heim.« Darauf
7: komm ich wieder und hol dich heim.« Da

ritt er fort, und

1: fand seinen Vater sterbend; er bat noch den Prinzen, er möge eine gewisse Prinzessin nach seinem Tode heirathen. Der Prinz
7: als er bei seinem Vater anlangte, war dieser sterbenskrank und dem Tode nah. Er sprach zu ihm »liebster Sohn, ich habe dich vor meinem Ende noch einmal sehen wollen, versprich mir nach meinem Willen dich zu verheirathen,« und nannte ihm eine gewisse Königstochter, die sollte seine Gemahlin werden. Der Sohn

war so betrübt,

1: und hatte seinen Vater so lieb, daß er ohne sich zu bedenken, Ja sagte, und gleich darauf that der alte
7: daß er sich gar nicht bedachte, sondern sprach »ja lieber Vater, was euer Wille ist, soll geschehen,« und darauf schloß der

König die Augen

1: zu und starb. Wie er nun
7: und starb. Als nun der Sohn

zum König ausgerufen und die Trauerzeit

1: herum war, mußt er sein Wort halten,
7: verflossen war, mußte er das Versprechen halten, das er seinem Vater gegeben hatte,

und ließ um die

1: andere Prinzessin werben, die ihm zugesagt wurde. Indeß hörte die erste Braut, daß der Prinz um eine andere gefreit, da grämte sie sich
7: Königstochter werben, und sie ward ihm auch zugesagt. Das hörte seine erste Braut und grämte sich über die Untreue

so sehr, daß sie fast

1: verging. Ihr Vater fragte, warum sie so traurig sey, sie solle fordern, was sie wolle, es solle ihr gewährt seyn; da bedachte sich die Prinzessin
7: vergieng. Da sprach ihr Vater zu ihr »liebstes Kind, warum bist du so traurig? was du dir wünschest, das sollst du haben.« Sie bedachte sich

einen Augenblick, dann

1: bat sie sich elf Mädchen aus, die ihr vollkommen glichen, auch an Größe und Wuchs. Der König ließ
7: sprach sie »lieber Vater, ich wünsche mir elf Mädchen, von Angesicht Gestalt und Wuchs mir völlig gleich.« Sprach der König »wenns möglich ist, soll dein Wunsch erfüllt werden,« und ließ in seinem ganzen Reich so lange suchen, bis elf Jungfrauen gefunden waren, seiner Tochter von Angesicht Gestalt und Wuchs völlig gleich. Als sie zu der Königstochter kamen, ließ diese zwölf Jägerkleider machen, eins wie das andere, und

die elf Jungfrauen

1: im ganzen Königreich aufsuchen, und als sie beisammen waren, kleidete sie die Prinzessin in Jäger, sich selber eben so, so daß ihrer zwölf vollkommen, eine wie die andere, waren. Darauf ritt sie zu dem König ihrem ehemaligen Bräutigam, und verlangte für sich und die übrigen Dienst als Jäger. Der König erkannte sie nicht, und weil es
7: mußten die Jägerkleider anziehen, und sie selber zog das zwölfte an. Darauf nahm sie Abschied von ihrem Vater und ritt mit ihnen fort und ritt an den Hof ihres ehemaligen Bräutigams, den sie so sehr liebte. Da fragte sie an ob er Jäger brauchte und ob er sie nicht alle zusammen in seinen Dienst nehmen wollte. Der König sah sie an und erkannte sie nicht; weil es aber

so schöne Leute waren,

1: gewährte er ihnen gern die Bitte, und nahm sie an seinen Hof. Der König hatte aber einen Löwen, dem war nichts verborgen, und er wußte Alles, was heimlich am Hofe geschah. Der sagte eines Abends zu ihm: »du glaubst,
7: sprach er ja, er wollte sie gerne nehmen; und da waren sie die zwölf Jäger des Königs. Der König aber hatte einen Löwen, das war ein wunderliches Thier, denn er wußte alles Verborgene und Heimliche. Es trug sich zu, daß er eines Abends zum König sprach »du meinst

du hättest da zwölf

1: Jäger, das sind aber lauter Mädchen.« Der König wollte es nicht glauben, da sagte der Löwe weiter: »laß nur einmal
7: Jäger?« »Ja,« sagte der König, »zwölf Jäger sinds.« Sprach der Löwe weiter »du irrst dich, das sind zwölf Mädchen.« Antwortete der König »das ist nimmermehr wahr, wie willst du mir das beweisen?« »O, laß nur

Erbsen in dein Vorzimmer

1: streuen, Männer, die
7: streuen,« antwortete der Löwe, »da wirst dus gleich sehen. Männer

haben einen festen Tritt, wenn die

1: darüber
7: über Erbsen

hingehen, regt sich keine,

1: Mädchen aber
7: aber Mädchen,

die trippeln und

1: schlurfen,
7: trappeln und schlurfeln,

und die Erbsen

1: rollen unter ihren Füßen.«
7: rollen.«

Dem König gefiel

1: das wohl.
7: der Rath wohl, und er ließ die Erbsen streuen.

Es war aber ein Diener des Königs, der

1: liebte die Jäger und hatte das mit angehört, da lief er zu ihnen und sagte: der Löwe hält euch für Mädchen, und will Erbsen streuen lassen und euch damit probiren; die Prinzessin befahl darauf ihren elf Jungfrauen, sie sollten sich alle Gewalt anthun, und
7: war den Jägern gut, und wie er hörte daß sie sollten auf die Probe gestellt werden, gieng er hin und erzählte ihnen alles wieder, und sprach »der Löwe will dem König weis machen ihr wärt Mädchen.« Da dankte ihm die Königstochter und sprach hernach zu ihren Jungfrauen »thut euch Gewalt an und tretet

fest auf die

1: Erbsen treten. Als nun am Morgen die Erbsen gestreut waren, ließ der König
7: Erbsen.« Als nun der König am andern Morgen

die zwölf Jäger

1: kommen, sie hatten aber
7: zu sich rufen ließ, und sie ins Vorzimmer kamen, wo die Erbsen lagen, so traten sie so fest darauf und hatten

einen so sichern

1: und
7:

starken Gang, daß

1: sich
7:

auch nicht eine

1: Erbse bewegte. Am Abend machte der König dem Löwen Vorwürfe, daß er ihn belogen, da sagte der Löwe: »sie haben sich verstellt, laß aber nur zwölf Spinnräder in das Vorzimmer stellen, da werden sie sich drüber
7: rollte, oder sich bewegte. Da giengen sie wieder fort, und der König sprach zum Löwen »du hast mich belogen, sie gehen ja wie Männer.« Antwortete der Löwe »sie habens gewußt, daß sie sollten auf die Probe gestellt werden, und haben sich Gewalt angethan. Laß nur einmal zwölf Spinnräder ins Vorzimmer bringen, so werden sie herzukommen und werden sich daran

freuen, und das thut kein Mann.«

1: Der König folgte dem Löwen noch einmal, und
7: Dem König gefiel der Rath, und er

ließ die Spinnräder

1: hinstellen. Der Diener aber hatte den Jägern den Anschlag verrathen, da befahl die Prinzessin ihren elf Jungfrauen
7: ins Vorzimmer stellen. Der Diener aber, ders redlich mit den Jägern meinte, gieng hin und entdeckte ihnen den Anschlag. Da sprach die Königstochter, als sie allein waren, zu ihren elf Mädchen »thut euch Gewalt an und blickt euch nicht um nach den Spinnrädern.« Wie nun der König am andern Morgen seine zwölf Jäger rufen ließ, so kamen sie durch das Vorzimmer und sahen die Spinnräder gar nicht an. Da sprach der König wiederum zum Löwen »du hast mich belogen, es sind Männer, denn sie haben

die Spinnräder nicht

1: einmal anzusehen. So thaten sie auch, und der König
7: angesehen.« Der Löwe antwortete »sie habens gewußt, daß sie sollten auf die Probe gestellt werden, und haben sich Gewalt angethan.« Der König aber

wollte dem Löwen nicht mehr glauben.

1: Er gewann die Jäger immer lieber, und wenn er auf die Jagd ritt, mußten sie ihm folgen. Wie sie einmal mit ihm im Wald waren, kam die Nachricht,
7: Die zwölf Jäger folgten dem König beständig zur Jagd, und er hatte sie je länger je lieber. Nun geschah es, daß, als sie einmal auf der Jagd waren, Nachricht kam,

die Braut des

1: Prinzen sey im Anzug, und werde bald da seyn; wie das
7: Königs wäre im Anzug. Wie

die rechte Braut

1: hörte fiel sie in Ohnmacht. Der König meinte,
7: das hörte, thats ihr so weh, daß es ihr fast das Herz abstieß, und sie ohnmächtig auf die Erde fiel. Der König meinte

seinem lieben Jäger

1: sey etwas zugestoßen, lief herzu
7: sei etwas begegnet, lief hinzu

und wollte ihm helfen,

1: er zog ihm aber auch die Handschuh aus, da
7: und zog ihm den Handschuh aus. Da

erblickte er den Ring, den er seiner ersten Braut gegeben, und als er

1: dann noch das Bildniß an ihrem Hals
7: ihr in das Gesicht

sah, erkannte er

1: sie, und ließ gleich
7: sie. Da ward sein Herz so gerührt, daß er sie küßte, und als sie die Augen aufschlug, sprach er »du bist mein und ich bin dein, und kein Mensch auf der Welt kann das ändern.« Zu

der andern Braut

1: sagen, sie möge
7: aber schickte er einen Boten, und ließ sie bitten

in ihr Reich

1: zurückkehren,
7: zurückzukehren, denn

er habe schon eine Gemahlin, und

1: wenn man
7: wer

einen alten Schlüssel

1: wieder gefunden, brauche man
7: wiedergefunden habe, brauche

den neuen nicht.

1: Da
7: Darauf

ward die Hochzeit gefeiert, und der Löwe

1: hatte nicht gelogen, und
7:

kam wieder in

1: Gnade bei dem König.
7: Gnade, weil er doch die Wahrheit gesagt hatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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